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A

Adhan … Der Gebetsruf (arabisch: adhan) wird fünf Mal täglich vom Muezzin ausgerufen. Er beinhaltet eine festgeschriebene Reihenfolge von Sätzen; darin sind unter anderem der Ausspruch “allahu akbar” und die Shahada enthalten. Der Muezzin versucht, seinen Text durch Klang und Betonung in eine Art Gesang zu verwandeln. Im schiitischen Islam wird nur drei Mal täglich, entsprechend der drei Gebetsperioden, in die Moschee gerufen. Der Adhan ist stets, ungeachtet der Landessprache, arabisch.

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AKP … Die “Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt” (Adalet ve Kalkınma Partisi) ist eine türkische Partei, die sich selbst als konservativ-demokratisch ausgerichtet betrachtet. Sie wurde am 14. August 2001 von Recep Tayyip Erdoğan, dem ehemaligen Bürgermeister Istanbuls, Abdullah Gül, Bülent Arınç und weiteren Mitstreitern, die aus verschiedenen Parteien stammten, gegründet.

Häufig wird die AKP als islamische Partei wahrgenommen. Sie fordert beispielsweise, dass viele Aspekte des islamischen Glaubens in der Öffentlichkeit stattfinden und eckt somit hin und wieder an den kemalistischen Prinzipien der Laizität an, die eine strikte Trennung von Religion und allem staatlichen vorsieht.

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B

Bar Mizwa / Bat Mizwa … Eine Bar Mizwa oder Bat Mizwa bedeutet im Hebräischen Sohn oder Tochter der Pflicht. Der Begriff bezeichnet die Aufnahme in die Gemeinschaft der Personen, die die religiösen Gebote befolgen, für Jungen im Alter von 13 und Mädchen im Alter von 12 Jahren. Damit ist einerseits der Status der Religionsmündigkeit wie auch der Tag, an dem diese erworben wird, und die damit verbundene Feier gemeint.

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Basmala … Die Basmala ist eine Abkürzung für die feste arabische Wendung bismi-llahi r-rahmani r-rahim, übersetzt „Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes“. Die Basmala leitet Schreiben und Briefe ein. Sie steht auch – mit einer Ausnahme – zu Beginn aller Koransuren.

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Beduinen … Ein Beduine (arabisch baduw) ist ein Wüstennomade, vom Ursprung her von der Arabischen Halbinsel und der angrenzenden Wüstenregionen der Levante. Der Begriff wird allerdings auch für die Tuareg, Berbernomaden Nordafrikas, verwendet. Wichtigstes Merkmal der Beduinen ist ihre Organisation in Stämmen und deutliche Abgrenzung zu sesshafter Bevölkerung. Beduinen leben von mobiler Weidewirtschaft – sie machen sich die Oasen der Wüste zunutze. Durch Globalisierung und Modernisierung der arabischen Staaten ist die klassische Lebensweise der Wüstennomaden jedoch bedroht.

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C

Chuzpe … Aus dem jiddisichen, und wie alle jiddischen Wörter schwer zu übersetzten. Laut Duden meint es Unverfrorenheit, Dreistigkeit, Unverschämtheit.

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F

Fatwa … Unter Fatwa versteht man ein islamisches Rechtsgutachten. Es soll ein bestimmtes Problem klären, das bei der Auslegung der islamischen Religion entstehen kann. Normalerweise wird eine Fatwa angefertigt, nachdem eine Einzelperson oder ein Jurist danach gefragt hat. Ein sogenannter Mufti, ein Spezialist für islamische Rechtssprechung, erstellt die Fatwa.

Die Fatwa ist dabei nur für die Muslime bindend, die jenen Mufti als religiöse Autorität anerkennen, der sie ausgesprochen hat. Die Reichweite einer Fatwa beruht folglich auf der persönlichen Autorität ihres Verfassers.

Jede der vier sunnitisch-islamischen Rechtsschulen folgt ihrem eigenen Rechtsystem. Je nach dem, welcher Rechtsschule ein Geistlicher angehört, können also verschiedene Fatwas gleichzeitig existieren und miteinander konkurrieren.

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G

Giur … Die Giur bezeichnet den Beitritt eines Nichtjuden zum Judentum. Drei Bedingungen müssen erfüllt werden, um die Giur abzuschließen. In dem ol mizwot, dem Joch der Gebote, akzeptiert der Konvertit, fortan nach den Mizwot zu leben und wird sich seines Lebens als Jude bewusst. In einem zweiten Punkt folgt – für Männer – die Beschneidung. Eine dritte Bedingung ist schließlich die tvila, das Tauchbad in der Mikve.

H

Hadsch … Die Pilgerfahrt (arabisch: hadschdsch) findet jährlich im letzten Monat des Mondkalenders statt. Sie ist für alle Muslime mindestens einmal im Leben verpflichtend. Aus allen Ecken der Welt machen sich die Muslime auf den Weg nach Mekka, um dort in einem einwöchigen Ritus mehrere Stationen abzulaufen und gemeinsam zu beten.

In Mekka tritt der Pilger in einen Weihezustand (arabisch: ihram) ein und wird so mit allen anderen Pilgern gleichgestellt. Herkunft, Wohlstand, Anschauung spielen keine Rolle mehr. Zu den bekanntesten Stationen der Hadsch gehören die Umrundung der Kaaba und das Bewerfen der Säulen von Aqaba. Eine ausführliche Übersicht finden Sie hier.

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Halacha … Die Halacha (vom hebräischen gehen) bezeichnet das jüdische Religionsgesetz, also Gesamtheit aller Gebote oder Mizwot, die sowohl biblisch als auch durch spätere religiöse Schriften wie zum Beispiel den Talmud oder mündlich überliefert sind.

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Homosexualität … Homosexualität wird im islamischen Recht schnell als abnormal verunglimpft und in Strafe gestellt. Die Sanktionen reichen von Gefängnisstrafen bis hin zu Todesurteilen. Letztere drohen in folgenden Ländern: Iran, Nigeria, Mauretanien, Sudan, Jemen, Vereinigte Arabische Emirate und Saudi-Arabien. Eine staatliche Anerkennung homosexueller Paare gibt es in keinem islamisch geprägten Staat.

Dem gegenüber steht eine reiche literarische Tradition homoerotischer Anspielungen. So wird der Mann in der Sexualität jeher als „aktiver“ Part angesehen; ihm kommt ein höherer Stellenwert bei. Temporäre Homosexualität kann daher, wenn die männliche Rolle gewährleistet bleibt, toleriert werden. Das Bekenntnis zur andauernden homosexuellen Neigung wird hingegen als Krankheit oder abnormal diffamiert. In der muslimischen Gesellschaft wird Homosexualität daher totgeschwiegen.

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I

Imam … Als Imam wird die Person bezeichnet, die beim islamischen Gebet die Funktion des Vorbeters einnimmt – ob nur einmalig oder amtsmäßig. Desweiteren wird der Begriff als Ehrentitel für einen Muslim verwendet, der als besonders gläubig und ehrenhaft gilt. Im schiitischen Islam steht der Begriff Imam für jene Personen, die als legitime Nachfolger des Propheten Muhammadas gelten.

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Intifada …Die Intifada als Begriff wird abgeleitet vom arabischen Verb intadada (sich erheben, etwas abschütteln). Sie meint den Widerstand der Palästinenser gegen israelische Besatzer in Westjordanland, Gaza und Ostjerusalem. Die erste Intifada begann 1987 als gewaffneter Aufstand. Beendet wurde sie mit dem Vertrag von Oslo 1993. Über hundert Israelis fielen den aufständischen Palästinensern zum Opfer; die IDF (Israeli Defense Force) tötete zugleich über tausend Palästinenser.

Eine zweite Intifada ab September 2000 begann als Reaktion auf einen Tempelbergsbesuch Ariel Scharons. Dieser wurde als Provokation empfunden. Die palästinensischen Angreifer verübten bis zum 2005 vereinbarten Waffenstillstand, nach israelischen Zahlen, rund 20.000 Anschläge auf Israel.

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K

Kaaba … Die Kaaba ist ein würfelförmiges Haus in der Mitte der masdschidu l-haram, der Geweihten Moschee von Mekka. Zu ihr begeben sich die Pilger während der Hadsch. Die Kaaba gilt im Islam als erstes Haus Gottes auf Erden, Abraham gilt als ihr Erbauer. Meist ist das Gebäude mit einem schwarzen Überhang aus Brokat ummantelt, der kiswa.

An der östlichsten Ecke der Kaaba ist ein schwarzer Stein ins Mauerwerk eingelassen. Er gilt als heilig; die Pilger versuchen, ihn bei der Hadsch zu berühren oder zu küssen. Gerüchten zufolge handelt sich um einen Meteoriten. Andere Quellen behaupten, es sei einst ein weißer Stein gewesen, der sich über die Jahre mit den „schwarzen“ Sünden der Menschheit auflädt. Genauere Anschauungen zur Kaaba finden Sie hier.

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Kemalismus … Unter Kemalismus versteht man eine bestimmte Art von Nationalismus. Er ist von Kemal Atatürk geprägt und die Gründungsideologie der Türkei. Die Grundideen des Kemalismus werden durch sechs Pfeile dargestellt. Diese stehen für:

1. Republikanismus

2. Nationalismus (als Gegenentwurf zum Vielvölkerstaat des Osmanischen Reichs)

3. Populismus (als Politik, die sich am Bürger orientiert und nicht an Eliten)

4. Revolutionismus (auf Reformen ausgerichtete Politk)

5. Laizismus (Trennung von Religion und Staat)

6. Etatismus (mit teilweise staatlicher Wirtschaftslenkung)

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Kibbuz … Ein Kibbuz (hebräisch: qibbûs, Versammlung, Gemeinschaft) ist eine kommunenähnliche Siedlung in Israel. Das erste Kibbuz, Degania Alef, wurde 1910 am See Genezareth von osteuropäischen Juden gegründet. Sie lebten nach sozialistischen und zionistischen Idealen und legten Wert auf Gleichheit und Gemeinschaft. Ihr Ziel war die Schaffung eines jüdischen Arbeiterstaates. Kein Privatbesitz, gleicher Lohn für alle, zentralisierte Erziehung in Kinderhäusern und basisdemokratische Entscheidungsfindung bei den Mitgliederversammlungen – das waren die Hauptmerkmale der frühen Kibbuzim. Eine Wohnung, Kleidung, Verpflegung sowie medizinische Versorgung bekamen alle Mitglieder vom Kibbuz. Bis zur Staatsgründung 1948 spielten die dörflichen Kollektive eine zentrale Rolle für die Besiedlung und Verteidigung des Landes. Heute leben noch etwa 123.000 Menschen (weniger als zwei Prozent der Gesamtbevölkerung) in insgesamt 266 Kibbuzim, von denen drei Viertel inzwischen privatisiert sind. Noch immer produzieren sie 40 Prozent der Agrar- und knapp zehn Prozent der Industriegüter.

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Klagemauer … Die Klagemauer ist eine zentrale religiöse Stätte für Juden in Jerusalem. Sie besteht aus den Resten der Westmauer des zweiten Tempels am Tempelberg. Klagemauer ist ein abendländischer Begriff, im Hebräischen wird sie ha’kotel ha’ma’arawi, Westliche Mauer, genannt.

Nach jüdischem Glauben ist die Präsenz Gottes in der Westmauer besonders stark. Gläubige pilgern daher zu der Mauer, um an ihr zu beten und kleine Zettel mit Bitten an Gott in die Ritzen zwischen den Mauersteinen zu stecken. Das Tragen der Kippa, der Kopfbedeckung, ist an der Mauer Pflicht. Für Männer und Frauen gibt es getrennte Eingänge.

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Konvertit … Der Begriff Konvertit bezeichnet jemanden, der neue Glaubensgrundsätze annimmt, die von seiner vorherigen Religion abweichen. Aus deutscher Sicht geht die Konversion meist vom christlichen zum muslimischen oder jüdischen Glauben. Die Annahme einer fernöstlicher Religion wird meist nicht thematisiert. Wer zum Islam konvertiert, muss vor Zeugen die Shahada aussprechen. Der Eintritt ins Judentum ist die Giur.

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Koran

Koran-Abschrift im tunesischen Kairouan: Überliefert aus dem 10. Jahrhundert

Koran … Der Heilige Koran (arabisch: al-qur’an, „Die Lesung“) ist die bedeutendste Schrift der Muslime. Sie wird als das direkte Wort Gottes verstanden; der Prophet Muhammad hat sie als mündliche Überlieferung von Gott persönlich in der „Nacht der Bestimmung“ erfahren.

Der Koran besteht aus 114 Suren, die in unterschiedlich viele Verse (arabisch: ayat, „Zeichen“) gegliedert sind. Voran steht Al-Fatiha, die Eröffnungssure, in sieben Versen. Ihr folgen, von der größten zur kürzesten Sure geordnet, alle weiteren 113. Wurde der Koran zu Beginn nur mündlich weitergegeben, so legte Kalif Uthman, der dritte Herrschere nach dem Tode des Propheten, die noch heute gültige Ordnung des Korans fest. Der Koran bildet gemeinsam mit der Sunna die Grundlage der muslimischen Glaubenspraxis.

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Koscher … Koscher bezeichnet in der jüdischen religiösen Tradition rituell “reine”, “taugliche” oder “geeignete” Nahrungsmittel, Gegenstände oder Handlungen. Die Kaschrut (Lehre von den Speisegeboten) regelt, welche Nahrungsmittel zum Verzehr geeignet sind. Ihre hauptsächlichen Grundsätze sind in den fünf Büchern Moses festgelegt worden. Im Zentrum einer koscheren Lebensführung steht die Trennung von Fleisch- und Milchprodukten. Außerdem sind bestimmte Tiere wie Schwein oder Meeresfrüchte verboten. Orthodoxe Juden legen diese Trennung so streng aus, dass sie dafür getrenntes Besteck, Ess- und Kochgeschirr verwenden, teilweise auch getrennte Kühlschränke, Herde, Spülbecken oder Geschirrspülmaschinen. In koscheren Restaurants gibt es zu diesem Zweck oft sogar zwei getrennte Küchen.

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Kurden … Die Kurden sind ein Volksstamm, der vor allem Gebiete im Nordwesten Irans, im Norden Iraks, im Osten der Türkei sowie Teile Syriens und Armeniens besiedelt. Dieser Siedlungsraum wird auch als Kurdistan – Land der Kurden – bezeichnet. Ein eigenes Land ist Kurdistan jedoch nicht.

Die Ethnie kann bis zum Beginn der Zeitenrechnung ausgemacht werden. Im siebten Jahrhundert wurden die Kurden durch arabische Armeen zwangsislamisiert. Die Mehrheit der Kurden ist sunnitisch. Zur Zeit des Osmanischen Reiches hatten sie mehrere Fürstentümer inne – einen eigenen Herrschaftsraum jedoch nicht. Ab dem 20. Jahrhundert entwickelte sich bei den Kurden ein starkes Nationalgefühl. Nach dem Ende des Osmanischen Reiches wurde den Kurden von Seiten der UN eine Autonome Region zugesprochen. Stattdessen sahen sich die Kurden über die Jahrzehnte Verfolgung, Repression, gar Völkermord von Seiten der Türkei, Syriens, Iraks und Irans ausgesetzt. Erst seit 2005 leitet eine weitestgehend autonome Regierung die Geschicke der Irakischen Autonomieregion Kurdistan, territorial im Taurusgebirge gelegen. Ein Sprichwort sagt, die Kurden haben keine Freunde – außer den Bergen.

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M

Mekka … Mekka ist die heiligste Stadt des Islam, ihr folgen Medina und Jerusalem. In Mekka wurde der Prophet Muhammad geboren und hat den Koran offenbart. Zudem lebten hier nach islamischer Vorstellung Adam und Eva und Abraham errichtete das erste Gotteshaus. Sie liegt in Saudi-Arabien und ist Bezugspunkt der Gebetsrichtung (arabisch: qibla) für alle Muslime – von Deutschland wird also gen Südosten gebetet.

Zentrum in Mekka ist die masdschidu l-haram, die Geweihte Moschee. In ihr befindet sich die Kaaba und die Zamzam-Quelle. Einmal jährlich begeben sich die Muslime auf die Reise nach Mekka – sie machen die Hadsch, die Pilgerfahrt. Ein saudisches Gremium verteilt Kontingente an alle Länder, um die Reise zu regulieren. Mehr zur Geweihten Moschee gibt es hier und zu den Ritualen der Hadsch hier.

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Mikve … Eine Mikve bezeichnet sowohl Gebäude als auch Tauchbecken für das jüdische Tauchbad. Meist sind Mikve-Gebäude in tiefe Keller gebaut, die Zugang zum Grundwasser ermöglichen. Nach jüdischem Gesetz muss das Wasser zur rituellen Reinigung sauber und lebendig sein.

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Minarett … Das Minarett ist der Turm der Moschee, von dem zum Gebet gerufen wird. Früher ging der Muezzin direkt auf den Balkon des Minaretts zum Rufen – heute sind dort meist Lautsprecher angebracht. Gleichsam galt das Minarett an einigen Orten auch als mit Fackeln beleuchteter Wachturm. Der Name Minarett leitet sich vom arabischen Wortstamm nuur” für Licht ab. Heute werden Minarette nur noch zur Verzierung gebaut. In westlichen Ländern ist der Bau von Minaretten – ohne erkennbaren Nutzen – daher oft umstritten und wird als Provokation wahrgenommen.

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Mizwa …Die Mizwa (Hebräisch: “Vorschrift”) ist das Gebot der Tora und ist die Bezeichnung jeder Handlung oder Tat, zu der ein Jude durch das Religionsgesetz verpflichtet ist. Sie wird entweder in der Tora genannt oder von den Rabbinern festgelegt. Im Talmud wird die Zahl der in der Tora enthaltenen Mizwot mit 613 beziffert, ohne diese näher aufzuzählen. Erst spätere Gelehrte haben in ihren Werken die 613 Mizwot fixiert (Die Zehn Gebote sind ein Teil davon). Sie teilen sich auf in 365 Verbote und 248 Gebote.

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Moschee … Die Moschee ist der „Ort der Niederwerfung“ (arabisch: masdschid), sie gilt gleichwohl als Gebetsort und Treffpunkt der Gemeinde. Muslime schätzen die Moschee als Ort, der Gemeinschaft erlebbar macht. So kann jeder die Moschee als Platz für seine individuellen Gebete nutzen – sowie sie zu den festen Gebetszeiten aufsuchen, um Schulter an Schulter mit anderen Gläubigen zu beten.

Eine Moschee hat keine vorgeschriebene Bauweise, sie kann umrahmter Innenhof oder massiver Kuppelbau sein. Wichtig sind jedoch eine Reihe von gleichbleibenden Elementen: Der Gebetssaal oder –hof ist gen Mekka ausgerichtet, eine kleine Nische (mihrab) zeigt die Richtung an. Es gibt stets eine minbar, die Kanzel zur Predigt, und oft ein Minarett, zum Ausrufen des Gebets. An die Moschee angegliedert ist immer ein Raum zur Waschung und oft auch eine Madrasa, eine Schule. Als der Muslime wichtigste Moschee gilt die masdschidu l-haram, die große Moschee in Mekka.

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Mourchida … Mourchida ist die Bezeichnung für eine Vorbeterin /religiöse Führerin, die unter anderem die Funktion eines Imams übernimmt und das Freitagsgebet leitet. Ob Frauen dies dürfen, ist von der jeweiligen islamischen Rechtsschule abhängig und wird kontrovers diskutiert. Gegenwärtig gibt es Bewegungen in Marokko, der Türkei und in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die Frauen zum Imam – also zur Mourchida – ausbilden wollen. Teilweise arbeiten Frauen dort sogar schon in solch einer Position.

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Muezzin … Der Gebetsrufer (arabisch: mu‘adhin, eingedeutscht: Muezzin) ist ein Ausrufer des muslimischen Gebetsrufs. Fünf Mal am Tag steigt der Muezzin auf das Minarett der Moschee, um die Gläubigen zur Moschee zu rufen. Der Muezzin ist kein Geistlicher – jeder darf die ehrenwerte Aufgabe übernehmen, die Gemeinde zum Gebet zu rufen. Heutzutage ruft der Muezzin nicht mehr direkt vom Balkon des Minaretts, sondern verstärkt seine Stimme durch Lautsprecher. Er wird zum Teil auch durch eingesungene Aufnahmen ersetzt.

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Mufti … Ein Mufti ist ein islamischer Rechtsgelehrter, der islamische Gutachten in Form von Fatwas ausspricht. Er handelt hierbei nach den Maßstäben der jeweiligen islamischen Rechtsschule, der er angehört. Er spielt somit bei der Ausgestaltung des islamischen Rechts eine entscheidende Rolle.

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Muhammad … Muhammad ist der wichtigste Prophet des Islam. Nach anderen Propheten wie Abraham, Noah oder Jesus ist Muhammad der letzte – er ist das „Siegel der Propheten“. Seine Person und sein Wirken werden von den Muslimen auf gleiche Weise geehrt wie der Heilige Koran. Muhammad wurde 570 in Mekka geboren und wuchs bei seinem Onkel auf. Die Suren des Korans soll er nach einem Aufruf von Engel Gabriel erfahren haben.

Im Jahre 622 wanderte Muhammad nach Medina aus (arabisch: hidschra). Im Koran gibt es daher Suren der mekkanischen wie medinensischen Phase. Mekka – viele Einwohner seiner Heimatstadt standen dem Islam zunächst feindlich gegenüber – konnte Muhammad mit Gefolgsleute im Jahr 628 zurückerobern. Die Stadt wurde von polytheistischen Götzenbildern gesäubert und bildet fortan das Zentrum der muslimischen Welt. Muhammads Ziel war neben der Verbreitung der Lehren des Islam die Bildung einer muslimischen Gemeinde (arabisch: umma). Wer diese Gemeinde führen sollte, wurde nahe dem Tode des Propheten im Jahr 632 Streitpunkt und führte zur raschen Spaltung der Muslime in Sunniten und Schiiten.

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N

Stier und Löwe: Relief in Persepolis

Relief im iranischen Persepolis: Der Löwe als Symbol der Sonne ringt den Stier, das Erdsymbol, nieder und erweckt den Frühling.

Nowruz … Nowruz ist Persisch und bedeutet “Neuer Tag”. Es wird jährlich am 21. März, nach dem Sonnenkalender, gefeiert und fällt somit mit dem europäischen Frühlingsanfang zusammen. Seit über 2 500 Jahren wird Nowruz im persischen Kulturraum gefeiert. Es geht noch auf alte zoroastrische Lehren zurück, in denen der Sieg des Lichtes über die Dunkelheit (symbolisiert durch die Tag-und-Nachtgleiche im Frühling) gefeiert wird. Heute wird Nowruz vor allem in Iran, in kurdischen Regionen Iraks und der Türkei, auf dem Balkan und am Schwarzen Meer gefeiert.

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R

Rabbi … Ein Rabbi (hebr. Rav, aram. Rabuni = Meister, Lehrer) ist ein jüdischer Religionsgelehrter und Funktionsträger, der in der Regel eine Ausbildung in einer Yeshiva absolviert hat. Zu den Aufgaben eines Rabbiners zählt die religiöse Lehre, Seelsorge, Entscheidung in religiösen Fragen und in liberaleren Gemeinden auch das Leiten der Gottesdienste, in orthodoxen Gemeinden macht dies üblicherweise ein Kantor. In orthodoxen Gemeinden wird von einem Rabbiner wird aufgrund seiner Vorbildfunktion erwartet, dass er verheiratet ist und Kinder hat. Orthodoxe Gemeinden haben nur männliche Rabbiner, während konservative und reformierte Gemeinden auch Frauen ordinieren.

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Ramadan … Der Ramadan ist der Fastenmonat in der islamischen Interpretation des Mondkalenders. Das Fasten ist eine der Grundpflichten des Islam. Während des gesamten Monats ist zwischen Sonnenaufgang und –untergang der Verzehr von Speisen und Getränken verboten. Es gilt, die Lust auf weltliche Genüsse zu unterdrücken und zu eigener Stärke zu finden. Allabendlich nach Sonnenuntergang feiern viele Muslime ein gemeinsames Fastenbrechen auf der Straße oder laden Freunde ein. Am Ende des Monats wird mit id al-fitr, dem Fest des Fastenbrechens, der Ramadan beendet.

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S

Schabbat … Der siebte Wochentag, er beginnt am Freitagabend mit Anbruch der Dunkelheit und endet am Samstag nach Sonnenuntergag. Er hat seinen Ursprung in der hebräischen Bibel und wird auf Gottes Ruhe nach der vollendeten Schöpfung zurückgeführt: »Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte« (1. Buch Moses 2,3). Am Schabbat ruhen religiöse Juden, sie arbeiten nicht, reisen nicht, benutzen keinen Strom.

Schiiten

Husain-Grabmal in der Umayyaden-Moschee in Damaskus: Trauer um den Märtyrer

Schiiten … Die Schiiten sind eine wichtige Strömung unter den Muslimen. Sie grenzen sich ab von den Sunniten. Zunächst hatten beide Seiten ihre Differenzen rein politischer Natur: Die Sunniten wollten den besten Muslim aus ihrer Mitte zum Anführer machen, die Schiiten sahen in Ali, dem Schwiegersohn des Propheten, den rechtmäßigen Nachfolger. Über die Jahre entwickelten sich auch religiöse Unterschiede.

So sprechen die Schiiten Ali und seinen Nachfolgern eine große religiöse Rolle zu. Er und seine Söhne sind die Imame der shiy‘at ali (arabisch für Partei Alis). In den frühen Jahren wurden die Schiiten von den sunnitischen Kalifen verfolgt. Ali, wie auch seine Söhne Hassan und Husain, wurden ermordet. Der tragischen Ermordung Husains in Karbala wird im Schiismus heute durch das Aschura-Fest gedankt. Schiiten gibt es vor allem in Iran, Irak und in Aserbaidschan. Eine genaue Übersicht finden Sie hier.

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Schoa …Schoa (Hebräisch: Die Katastrophe) ist die Bezeichnung für den Holocaust als Oberbegriff für die Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten in den Jahren 1933 bis 1945. Juden und Wissenschaftler des Judentums bevorzugen diesen Begriff, weil ihnen Holocaust, was eigentlich ein religiöses Brandopfer bezeichnet, als unpassend erscheint.

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Shahada … Die Shahada ist das Glaubensbekenntnis der Muslime. Sie besteht aus den zwei Sätzen: “Ich bezeuge, es gibt keinen Gott außer dem Einen (Allah). Und ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Gottes ist.” Das öffentliche Aussprechen der Shahada ist das ehrliche Bekenntnis, als Muslim in die Gemeinschaft (arabisch: umma) aufgenommen zu werden.

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Sharia … Der Begriff Sharia bedeutet im ursprünglichen Sinn „Straße“ – die von Gott gesetzte Ordnung, der aufgezeigte Weg. Heute wird darunter allgemein das islamische Recht verstanden. Dieses bezieht sich auf die im Koran festgeschriebenen Strafen, darunter auch Körperstrafen, für verschiedenste Vergehen. Die meisten muslimischen Staaten ziehen die Sharia – als eine mögliche – Quelle der Rechtsschöpfung hinzu. Saudi-Arabien, Oman, Pakistan und Afghanistan hingegen setzen die Sharia vollkommen mit der Rechtsordnung gleich.

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Sunna … Die Sunna ist die „Praxis des Propheten“. Sie setzt sich aus den Hadithen zusammen, kurzen Geschichten und Anekdoten, die vom Leben des Propheten Muhammad künden. Die Sunna offenbart jedem Muslim, wie ehrenwert und tugendhaft Muhammad gelebt hat. Sie ist damit Vorbild und Leitfaden für ein Leben als guter Muslim – und erhält daher fast so viel Bedeutung wie der Heilige Koran.

Ein Hadith der Sunna wird nur dann als Quelle verstanden, wenn er sowohl eine gesicherte Überliefererkette seiner Bezeuger (arabisch: isnad) als auch einen glaubwürdigen Inhalt (arabisch: matn) vorweisen kann. Die Überliefererkette muss lückenlos sein und glaubhaft sein, also das „Wer hat es wem weitergesagt“ muss auf real existierenden Weggefährten Muhammads gründen. Die Sunna ist die wichtigste Grundlage der Sunniten.

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Sunniten … Die Sunniten bilden die größte Strömung unter den Muslimen. Sie gründen ihre Überzeugung auf die Sunna, die Überlieferung des Lebens des Propheten Muhammad (arabisch: ahl as-sunna, die “Leute der Verfahrensweise”). Von den Sunniten unterschieden werden die Schiiten.

Zunächst hatten beide Seiten ihre Differenzen rein politischer Natur: Die Sunniten wollten den besten Muslim aus ihrer Mitte zum Anführer machen, die Schiiten sahen in Ali, dem Schwiegersohn des Propheten, den rechtmäßigen Nachfolger. Über die Jahre entwickelten sich auch religiöse Unterschiede. So legen die Schiiten die Sunna heute anders – und weniger wichtiger – aus als die Sunniten. Aber auch unter den Sunniten gibt es unterschiede, die sich in den vier sunnitischen Rechtsschulen zeigen. Mehrheitlich sunnitische Bevölkerungsanteile gibt es vor allem in Nordafrika, im Nahen Osten, auf der arabischen Halbinsel und in Südostasien. Eine genaue Übersicht finden Sie hier.

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Sunnitische Rechtsschulen… Die Sunniten teilen sich in die vier sunnitische Rechtsschulen (Madhahib) der Hanafiten, Malikiten, Hanbaliten und Schafiiten auf.

Hanafiten:

Die Hanafiten sind eine der vier Rechtsschulen (Madhahib) des sunnitischen Islams. Ihr Gründervater ist Abu Hanifa an-Nu’man ibn Thabit. Weitere Gründerväter sind dessen Schüler Abu Yusuf und ash-Shaibani. Die hanafitische Rechtschule ist seit dem Ende der Zeit der Umayyaden im sunnitischen Islam vorherrschend: Sie ist die am weitesten verbreitete Rechtsschule, der etwa die Hälfte der Sunniten folgen. Heute bilden sie die größte Gruppe (etwa 42,9 Prozent) unter den Muslimen.

Malekiten:

Die malekitische Rechtsschule, die im 8. Jahrhundert entstanden ist, betont besonders das durch den Idschma (Konsens der islamischen Rechtsgelehrten über einzuhaltende religiöse Riten und Praktiken) geschaffene Gewohnheitsrecht und ist heute in den islamischen Gebieten Afrikas und an der Ostküste der Arabischen Halbinsel verbreitet.

Hanbaliten:

Die Rechtsschule der Hanbaliten geht auf Ahmad ibn Hanbal (780–855) zurück, der unter anderem Schüler Muhammad ibn Idris asch-Schafi’is (767–820) und des Hanafiten Abu Yusuf war. Die Schule wurde jedoch erst von seinen Schülern institutionalisiert. Ibn Hanbal billigte neben dem Koran und der Sunna vor allem dem Konsens der islamischen Gemeinde, der Umma, eine wichtige Stellung zu. Der Hanbalismus ist besonders in dogmatischen und in Fragen des Kultus sehr konservativ und strikt. Mit einer Anhängerschaft von etwa fünf Prozent aller Sunniten sind die Hanbaliten die kleinste der vier sunnitischen Rechtsschulen.

Schafiiten:

Die schafiitische Rechtsschule gilt als strenger als die Rechtsschule der Hanafiten und als weniger streng als die Rechtsschule der Hanbaliten. Sie geht zurück auf Muhammad ibn Idrīs asch-Schāfi’ī (767–820). Der islamische Rechtsgelerhte studierte die beiden entstandenen Rechtsschulen der Hanafiten und Hanbaliten in Medina und Bagdad und wirkte später in Ägypten.

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Synagoge … Die Synagoge ist ein jüdisches Gotteshaus für Gebete, Versammlungen, Schriftstudium und Unterricht. Ihre hebräische Bezeichnung beth knesset, Haus der Versammlung, unterstreicht den Gemeindecharakter. Der Begriff Synagoge selbst kommt aus dem griechischen Wort für versammeln.

Synagogen haben keine fest vorgeschriebene Architektur. Vor allem in der Diaspora richten sich die Gebäude stark nach den örtlichen Gegebenheiten. Gemein ist allen Synagogen der Toraschrein an der gen Jerusalem zugewandten Innenwand. Hier befinden sich die Tora-Rollen.

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T

Taliban … Ein Taliban ist zunächst ein „Suchender“, ein „Student“ (nach dem Arabische talib). In Afghanistan und den pakistanischen Grenzprovinzen wurden die „Studenten“ seit den 1980er Jahren militärisch ausgebildet und in den Krieg gegen die in Afghanistan stationierte Sowjet-Armee geschickt. Ab Mitte der 1990er haben sich die Taliban endgültig zur eigenen Bewegung geformt, die gegen „Unsittlichkeit“ im Land vorging. Als Mudschahidin („Fleißige“) und mit militärischer Unterstützung aus Pakistan und von Seiten westlicher Geheimdienste kämpften sie gegen lokale Warloards. Ihr Ziel war eine Eroberung Afghanistans und eine Rückführung zu islamischer „Sittlichkeit“.

Im November 1994 fiel Kandahar in Taliban-Hand, im September 1996 folgte schließlich die Hauptstadt Kabul. Die Errichtung des „islamischen Idealstaates“ wurde durch zuziehende Fundamentalisten stark begünstigt. Bis Mai 1997 konnten die Taliban fast ganz Afghanistan kontrollieren. Der Rückhalt der Bevölkerung ließ jedoch – die Taliban führten drakonische Strafen ein – schnell nach. Offene Rebellion der Afghanen, wie auch der Anschlag auf das World Trade Center vom 11. September 2001, besiegelten die Taliban-Regierung. Eine internationale Truppe unter UN-Mandat kämpft seit 2002 in Afghanistan und setzte eine neue Regierung ein. Im Untergrund leisten die Taliban jedoch weiterhin Widerstand.

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Tanach … Der Tanach ist die Heilige Schrift des Judentums. Er besteht aus den drei Hauptteilen Tora (“Weisung”), Nevi’im (“Propheten”) und Ketuvim (“Schriften”), deren Anordnung ihrem Alter und theologischem Rang weitgehend entspricht. Der Tanach wurde 100 nach Christus in 22 beziehungsweise 24 Bücher eingeteilt und kanonisiert und überschneidet überwiegend mit dem Kanon dessen, was Christen das “Alte Testament” nennen.

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Tora … Die fünf Bücher Moses, die der erste und wichtigste Hauptteil des Tanach sind. Die Tora (Hebräisch: Weisung) offenbart die Erwählung der Israeliten zum Volk Gottes, seinen Rechtswillen und seine Lebensordnungen. Sie erzählt von der Schöpfung und Urzeit, den Erzvätern, dem Auszug aus Ägypten, der Offenbarung der Gebote am Sinai und der Wanderung der Israeliten durch die Wüste bis zu ihrer Landnahme im Gelobten Land Kanaan. In diese Geschichtsüberlieferung eingebettet sind die 613 Mizwot.

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U

Umma … Die Umma ist die Gemeinschaft aller Muslime. Im ursprünglichen Sinne war dies sowohl religiös wie politisch gemein – heute wird die umma vor allem als Gemeinschaft vor Gott gesehen. Fundamentalisten arbeiten darauf hin, auch eine politische Einheit wiederherzustellen. Siehe: Panarabismus.

W

Wahabiten… Die Wahabiten sind keine eigene Rechtschule. Sie sind die Anhänger einer sehr konservativen und dogmatischen Ausrichtung der sunnitische Rechtsschule der Hanbaliten. Die Bewegung gründet auf den Lehren Muhammad ibn Abd al-Wahhabs. Die Anhänger Ibn Abd al-Wahhabs nehmen für sich in Anspruch, die islamische Lehre authentisch zu vertreten. Der Wahhabismus lehnt den Sufismus und die islamische Theologie ab. Er wendet sich auch strikt gegen viele Formen des Volksglaubens, etwa die Verehrung von Heiligen, Wallfahrten zu Gräbern, oder die jährliche Feier des Geburtstags des Propheten. Die meisten Wahhabiten leben in Saudi-Arabien. Sie stellen dort die größte religiöse Gruppe in der Bevölkerung dar, und ihre Lehre ist Staatsreligion.

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Y

Yeshiva … Eine Yeshiva (vom hebräischen Verb sitzen, Plural: Yeshivot) ist eine religiöse Hochschule, an der meist männliche Schüler Tora und Talmud studieren, wie sie es der Halacha nach sollen. Viele orthodoxe Männer lernen in einer Yeshiva, weil das studieren der Tora für Sie eine religiöse Pflicht ist. Mittlerweile gibt es auch modern-orthodoxen jüdischen Einrichtungen, an denen auch Frauen einen Yeshiva-Abschluss erlangen können.

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Z

Zoroaster … Der Zoroastrismus ist eine mehr als 2 000 Jahre alte Religion aus dem persischen und afghanischen Raum. Sie geht zurück auf ihren Spender Zarathustra und wird auch als “Religion des Feuers” bezeichnet, weil sie zahlreiche Feuerrituale und Feuertempel kennt. Sie gilt als Buchreligion und war vor dem Islam die vorherrschende Religion in Iran. Die Zoroaster glauben an den Schöpfergott Ahura Mazda (‘Weiser Herr’). Im Zoroastrismus wird erstmals ein Konzept der Hölle benannt, das später in ähnlicher Form auch Eingang in das Christentum findet. Am Ende des Kampfes zwischen Gut und Böse, der etwa vier Perioden à 3 000 Jahren dauert, werden in einem Weltgericht die Guten Menschen belohnt und die Sünder bestraft.

Eine tragende Achse der weltlichen Ethik der Zoroaster ist die Verpflichtung zur Wahrheit. Heute leben noch etwa 20 000 Zoroaster in Iran.

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Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung, Enzyklopädie des Islam, Kleines Islam-Lexikon

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